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iPad-Art und QR-Codes: Kunst wird digital


Am 4. Dezember eröffnete Thomas Zehnter, der Bochumer iPad-Künstler, seine Ausstellung mit dem Titel “RezAPPte” in Bochum. Der Deutsch- und Kunstlehrer beschreitet mit dem Konzept seiner Ausstellung neue Wege: Ausgestellt waren nur selbstgemalte, farbig und künstlerisch entfremdete QR-Codes, über die die auf dem iPad erstellten Bilder erreichbar sind. Damit avancieren die Maschinencodes selbst zu eigenen Kunstwerken. Mit einem Smartphone abfotografiert und einer entsprechenden App öffnet sich der Weg zu den eigentlichen Bildern, welche Zehnter mit dem iPad kreiert. Für die Adventszeit erstellte Zehnter gleich einen kompletten Adventskalender nach diesem Prinzip: Der aus 24 QR-Codes bestehende Kalender versüßt das Warten auf Weihnachten beispielsweise mit Gedichten und natürlich seinen Bildern.











iPad-Art oder iPhone-Art ist in Amerika bereits durch eine große Community mit vielen Künstlern und Anhängern vertreten. Die einzelnen Künstler legen dabei unterschiedliche Facetten an den Tag: Einige malen direkt mit dem Finger, andere bearbeiten Fotografien, wiederum andere erstellen Grafiken. Dabei besteht immer die Herausforderung, eine geeignete App für den gewünschten Effekt mit der entsprechenden Intensität auszuwählen.



















Der Zugang zu dieser Art von Kunst sei sehr einfach, meint Thomas Zehnter: Selbst ältere Menschen, die er in seinen Malkursen unterrichtet, fänden sich gut zurecht und würden schnell tolle Ergebnisse erzielen, weil die verschiedenen Apps viel automatisieren. Dabei sei ein künstlerisches Auge dennoch erforderlich, um “gute Werke” hervorzubringen.

Darüber hinaus präsentierte Zehnter die Entstehung seiner Kunst: Passend zum 4. Dezember, dem Barbaratag und Feiertag der Bergleute, fotografierte Zehnter zwei anwesende Barbaras mit Barbarazweigen und verfremdete das entstandene Foto live. Dabei besteht die Herausforderung, aus der Vielzahl von Apps genau diese herauszusuchen, die den gewünschten Effekt umsetzt. Kritikern, die dieser Technik den künstlerischen Aspekt absprechen, entgegnet er, dass in den frühen Anfängen der Fotografie ähnliche Stimmen laut geworden seien und mittlerweile die Fotografie als eigenständige Kunst etabliert ist.


Die Vernissage war auf- und anregend zugleich: Zehnter hat mit Hilfe der QR-Codes eine optimale Verbindung zwischen der analogen und digitalen Welt geschaffen. Und dadurch, dass der Betrachter selbst aktiv werden muss, um die Kunstwerke zu sehen, gewinnt die Ausstellung an Spannung und Leben. Des Weiteren regte Zehnter in seiner kurzen Einleitung zum Nachdenken an, indem er die heutige Abhängigkeit von der Technik ansprach: Ohne entsprechende Hilfsmittel sind wir nicht mehr in der Lage, Inhalte zu erfassen.

Zehnter präsentierte eindrucksvoll eine neue Art von Kunst und ebenso ein gelungenes Beispiel für den sinnvollen Einsatz von QR-Codes. Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich iPad-Art in Deutschland durchsetzen wird, aber ein Potenzial ist bereits jetzt erkennbar. Zehnter wird darüber hinaus eine Kostprobe seiner Kunst auf einer Veranstaltung im Hause Oestreicher+Wagner Anfang kommenden Jahres präsentieren. Weitere Infos folgen.

Written by Angela Zoglowek in: Event